Am vergangenen Wochenende war ich mal wieder auf der jährlich stattfindenden Konferenz für Open Source-Software, der FrOSCon. Die Anreise am ersten Tag gestaltete sich etwas unangenehm, da aufgrund der Gamescom der Zug bis Köln – Deutz überfüllt war.
Den ersten Tag begann ich mit dem Besuch des Vortrags HTML to ODT to XML to PDF to…, in dem es um die Konvertierung von Dateiformaten in ein anderes ging. Genauer gesagt wurde hier die Document-Komponente aus den Apache Zeta Components (ehemals eZ Components) vorgestellt. Diese Bibliothek verwendet dabei ein Subset von DocBook als internes Austauschformat und wandelt dieses, falls DocBook nicht das Zielformat ist, in HTML, XML, ReST und diverse weitere Formaten um.
Anschließend hörte ich mir etwas über verteilte Versionskontrolle in der Praxis an. Hier wurden kurz die Unterschiede zwischen zentralisierten Systemen wie SVN und verteilten Systemen wie Git erläutert. Der Rest des Vortrags beschäftigte sich mit der Umstellung von zentralisierten zu dezentralisierten Systemen und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können – z.B. ablehnende Haltung der Entwickler gegen das neue System.
Als nächstes stand ein Vortrag über das Semantische Web in Verbindung mit PHP auf meinen Programmplan. Es wurden zwar ein paar Tools vorgestellt, aber wirklich viel konnte ich hier nicht mitnehmen. Wer sich für die Themen RDF oder Microformats interessiert wäre, meiner Meinung nach, mit den entsprechenden Wikipedia-Artikeln besser bedient gewesen.
Persönliches Highlight des ersten Tages war der Vortrag zur Entwicklung von Anwendungen auf Linux-basierten Mobilgeräten. Hier wurden vor allem Android und WebOS vorgestellt, aber auch Maemo wurde angeschnitten.
Der zweite Tag hatte etwas interessantere Themen zu bieten. Working with Webservices lautete das erste Thema des ersten Vortrags und ging auf das Abfragen von Webservices ein. Wie man einen Werbservice erstellt wurde nur grob behandelt. Vorgestellt wurden die Webservice-Typen SOAP, RPC und REST sowie deren Formate. Außerdem gab es noch ein paar Infos zum Debugging und Best Practises.
Im Anschluss gab es einen Vortrag zu mysqlnd, den nativen MySQL-Treiber für PHP 5.3. Gezeigt wurde, wie man mysqlnd mit PHP-Code erweitern kann. Dazu gibt es auch einen Artikel in der aktuellen Ausgabe des PHP Magazins.
Interessant war auch die Keynote Antifeatures. Es wurde erst mal erklärt worum es sich bei Antifeatures handelt und einige (mehr oder weniger) bekannte Beispiele gebracht. Beispielsweise Windows Vista Starter, welches zwar recht günstig war, aber den Benutzer nur 3 Programme gleichzeitig ausführen ließ.
Der nächste PHP-Vortrag beschäftigte sich mit der DateTime-Klasse und ein paar Besonderheiten bei deren Verwendung. Dieses Thema kann schnell sehr verwirrend werden. Vor allem wenn man Historische Daten unter Berücksichtigung der Zeitzone berechnen will. In PHP sind aktuell etwa 406 Zeitzonen verwendbar.
Das letzte Thema behandelte den ORM-Mapper Doctrine 2, welches noch in der Entwicklung ist. Hier konnte ich auch nicht wirklich viel mitnehmen. Ich denke, mir fehlen einfach Kenntnisse von Doctrine, da ich bisher damit nicht gearbeitet habe.
Fazit
Die Themenauswahl fiel mir dieses Jahr relativ schwer. Vieles war für mich nicht interessant. Auf der anderen Seite gab es zwei, drei Vorträge die sich absolut gelohnt haben. Ich war zwar letztes Jahr nicht dabei, aber ich hatte den Eindruck, dass im Vergleich zu 2008 weniger Aussteller und Besucher da waren. Ich bin dennoch gespannt auf nächstes Jahr.
Ein Kommentar zu “FrOSCon 2010”